Panikattacken
Panikstörung – wenn Angst plötzlich und überwältigend auftritt
Die Panikstörung betrifft etwa 3–4 % der Bevölkerung.
Der Beginn liegt häufig zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. Nicht selten tritt sie gemeinsam mit einer Agoraphobie auf – also der Angst vor öffentlichen Orten oder Situationen, aus denen man sich im Notfall nicht schnell zurückziehen könnte.
Was ist eine Panikattacke?
Eine Panikattacke ist ein plötzlich auftretender, intensiver Angstanfall.
Betroffene berichten häufig von:
- starkem Herzrasen
- Schwitzen
- Zittern
- Atemnot oder Engegefühl
- Schwindel
- dem Gefühl, die Kontrolle zu verlieren
- Angst, zu sterben oder „verrückt zu werden“
Die Attacken treten oft scheinbar ohne Vorwarnung auf. Genau diese Unvorhersehbarkeit macht sie so belastend. Viele Betroffene erleben die Situation als extrem bedrohlich – obwohl medizinisch meist keine akute Gefahr besteht.
Die Angst vor der Angst – Phobophobie
Nach mehreren Panikattacken entsteht häufig eine zusätzliche Sorge:
„Was ist, wenn es wieder passiert?“
Diese sogenannte Phobophobie – die Angst vor der nächsten Panikattacke – kann dazu führen, dass Betroffene zunehmend angespannt und wachsam werden. Der Körper befindet sich dauerhaft in Alarmbereitschaft.
Vermeidungsverhalten und sozialer Rückzug
Um weitere Attacken zu verhindern, beginnen viele Menschen, bestimmte Situationen zu meiden:
- öffentliche Plätze
- Einkaufen
- Reisen
- größere Menschenansammlungen
- berufliche Termine
Kurzfristig entsteht dadurch Erleichterung.
Langfristig jedoch verstärkt die Vermeidung die Angst und schränkt das Leben zunehmend ein. Häufig leidet auch das soziale Umfeld darunter – Partnerschaften, Familie und Freundschaften können belastet werden.
Hoffnung: Panik ist behandelbar
So überwältigend Panikattacken auch erscheinen – sie sind gut behandelbar.
Wichtig ist zu verstehen:
Eine Panikattacke ist eine intensive, aber vorübergehende Stressreaktion des Körpers. Sie klingt wieder ab.
In der therapeutischen Arbeit geht es darum:
- das Angstsystem nachhaltig zu beruhigen
- die Auslöser zu verstehen
- die „Angst vor der Angst“ zu lösen
- wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu entwickeln
Viele Betroffene erleben nach gezielter Behandlung eine deutliche Entlastung und gewinnen Schritt für Schritt ihre Sicherheit und Lebensqualität zurück.