Selbstwertgefühl, Ängste und Depressionen

 

Selbstwertgefühl, Ängste und Depressionen

 

 

Die Themen Selbstwertgefühl, Ängste und Depressionen sind eng miteinander verknüpft. Bestimmte elterliche Verhaltensweisen lösen im Kind häufig nicht nur ein einzelnes Gefühl aus, sondern ein ganzes Bündel emotionaler Reaktionen.

 

Erlebt ein Kind beispielsweise Vernachlässigung oder mangelnde Zuwendung, entstehen oft – teilweise zeitversetzt – verschiedene Gefühle gleichzeitig:

Traurigkeit („Ich bin allein“),

Angst („Niemand schützt mich“),

Wut („Kümmert euch um mich!“)

und Ablehnung („Ich bin nicht geliebt“).

 

Diese emotionalen Erfahrungen prägen das innere Selbstbild nachhaltig. So erklärt sich, warum ein vermindertes Selbstwertgefühl, Ängste und depressive Symptome häufig gemeinsam auftreten.

 

Wechselwirkungen im Erwachsenenalter

Ein weiterer Zusammenhang besteht darin, dass Ängste und Depressionen selbst die Selbstwirksamkeit beeinträchtigen. Wer unter starker Angst oder depressiver Antriebsminderung leidet, erlebt sich häufig als weniger handlungsfähig. Energie, Motivation und Lebensfreude nehmen ab. Dadurch entsteht leicht das Gefühl, den eigenen Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein – was wiederum das Selbstwertgefühl weiter schwächt.

 

Es entsteht ein Kreislauf:

Ein beeinträchtigter Selbstwert begünstigt Ängste und depressive Reaktionen – und diese wiederum verstärken das Gefühl von Minderwertigkeit und Ohnmacht.

 

Therapeutischer Ansatz

In der therapeutischen Arbeit zeigt sich häufig, dass belastende Lebensereignisse mehrere negative Gefühle gleichzeitig geprägt haben. Werden solche Schlüsselereignisse gezielt bearbeitet, können sich Veränderungen nicht nur auf ein einzelnes Symptom beschränken, sondern mehrere Bereiche gleichzeitig betreffen.

 

Wenn Ängste, depressive Symptome und Selbstwertprobleme gemeinsam bestehen, ist es häufig sinnvoll, zunächst mit den Ängsten zu arbeiten. Über sie lassen sich zentrale biografische Prägungen oft besonders gut erschließen. Wird ein emotional bedeutsames Erlebnis verarbeitet, können sich parallel Verbesserungen im Selbstwertgefühl und in depressiven Verstimmungen zeigen.

 

Viele Klienten berichten nach einer erfolgreichen Aufarbeitung belastender Erfahrungen von einer spürbaren inneren Entlastung, mehr Stabilität im Selbstwert und einer insgesamt gesteigerten Lebensqualität.