Auflösende Hypnose® bei Selbstwertproblemen

„Anna kann sich selbst nicht lieben“

 

„Du lässt dich schon wieder ausnutzen“, sagte ihre Freundin, nachdem sie ihr aufmerksam zugehört hatte.

 

Anna seufzte. „Ich weiß.“

 

Wie oft hatte sie sich vorgenommen, es anders zu machen? Wie viele gute Ratschläge hatte sie bekommen – und verstand sie auch mit dem Verstand. Doch sobald sie wieder in einer entsprechenden Situation war, versagte ihre Entschlossenheit. Sie konnte einfach nicht Nein sagen.

 

Ihr Leben fühlte sich nicht stimmig an. Immer wieder stellte sie die Bedürfnisse anderer über ihre eigenen. Ihre Gutmütigkeit wurde selbstverständlich erwartet – und häufig ausgenutzt. Zurück blieb das Gefühl, sich selbst dabei zu verlieren.

 

Manchmal kam sie sich vor wie ein Schatten ihrer selbst. Anwesend, aber nicht wirklich lebendig. Komplimente erreichten sie nicht. Sie prallten an ihr ab wie Regentropfen an einer Fensterscheibe. Meinte das Gegenüber es wirklich ernst? Oder steckte eine Absicht dahinter? Vielleicht sogar Spott?

 

Ihre Selbstzweifel zogen sich durch alle Lebensbereiche. Im Beruf verkaufte sie sich weit unter Wert, obwohl Kolleginnen und Kollegen ihr immer wieder bestätigten, wie kompetent sie war. Eine stabile, erfüllende Partnerschaft hatte sie nie aufbauen können. Dabei war sie eine attraktive Frau – doch im Spiegel sah sie vor allem ihre vermeintlichen Mängel.

 

Ihre Kindheit hatte Spuren hinterlassen. Von klein auf wurde viel von ihr verlangt. „Augen zu und durch“, lautete das unausgesprochene Motto. Ihre Mutter war selbst in entbehrungsreichen Zeiten aufgewachsen, früh getrennt von den eigenen Eltern. Zuneigung hatte sie kaum erfahren – und so konnte sie auch ihrer Tochter nur selten Wärme zeigen. Anerkennung gab es vor allem dann, wenn Anna etwas Besonderes leistete.

 

So wuchs sie auf, ohne je wirklich das Gefühl vermittelt bekommen zu haben, einfach um ihrer selbst willen liebenswert zu sein.

 

Ein Leben lang suchte sie nach dieser fehlenden Bestätigung. In Freundschaften, in Beziehungen, im Beruf – immer wieder handelte sie aus einem inneren Mangel heraus. Aus dem Wunsch, gebraucht zu werden. Gesehen zu werden. Geliebt zu werden.

 

Doch diese Bedürftigkeit führte in Abhängigkeit. Grenzen zu setzen fiel ihr schwer. Für sich selbst einzustehen erschien ihr beinahe unmöglich. Wie sollte sie ihren eigenen Wert verteidigen, wenn sie selbst nicht an ihn glaubte?

 

Irgendwann jedoch kam der Moment, in dem Anna spürte: So kann es nicht weitergehen.

 

Sie wollte nicht länger wie Treibholz auf dem Fluss des Lebens treiben, hin- und hergeworfen von äußeren Strömungen. Sie wollte das Steuer in die Hand nehmen. Wollte lernen, sich selbst zu vertrauen. Sich selbst anzunehmen.

 

Und sie traf eine Entscheidung:

 

Sie würde sich Unterstützung holen.

Und beginnen, sich selbst kennenzulernen – vielleicht zum ersten Mal wirklich.

 

Selbstwertgefühl und Hypnose

Bei der Behandlung von Selbstwertproblemen steht zunächst die Aufarbeitung belastender, selbstwertmindernder Gefühle im Vordergrund. In der hypnotherapeutischen Arbeit bildet die Auflösung dieser emotionalen Prägungen häufig den Kern der Behandlung. Je nach Anzahl und Intensität der zugrunde liegenden Lebensereignisse kann dieser Prozess mehrere Sitzungen in Anspruch nehmen. Die Dauer ist individuell unterschiedlich und hängt von der persönlichen Biografie und den zu bearbeitenden Themen ab.

 

Erst wenn der emotionale Ballast ausreichend verarbeitet wurde, wird die Arbeit durch stärkende Elemente ergänzt. Dazu gehören positive Suggestionen sowie zukunftsorientierte Interventionen entlang der inneren Zeitachse. Aus meiner Erfahrung zeigt sich, dass die nachhaltige Veränderung vor allem durch die Auflösung der belastenden Gefühle entsteht. Dieser Anteil macht bei vielen Klienten den überwiegenden Teil des therapeutischen Erfolges aus.

 

Reine Suggestivverfahren, bei denen ausschließlich mit positiven Formulierungen gearbeitet wird, können zwar unterstützend wirken, erreichen jedoch bei tiefer liegenden Selbstwertverletzungen häufig nur begrenzte oder weniger dauerhafte Effekte. Entscheidend ist die Bearbeitung der emotionalen Ursachen.

 

Bei einem Teil der Klienten stehen weniger belastende Gefühle im Vordergrund; vielmehr fehlen stabilisierende positive Selbstbilder und innere Ressourcenerfahrungen. In solchen Fällen wird primär mit stärkenden Suggestionen, inneren Bildern und ressourcenorientierten hypnotherapeutischen Techniken gearbeitet. Diese Personen bringen meist eine vergleichsweise stabile emotionale Basis mit und benötigen weniger auflösende Arbeit, sondern vor allem eine gezielte Förderung ihres Selbstwertgefühls.